Anschluss (Schlauchtülle) für Motorentlüftung an Airbox (04.01.2023)

Die Motorentlüftung ist ziemlich "einfach" verlegt. Nur ein Loch in die Airbox gebohrt und dann den Schlauch reingesteckt. Ich habe beim Umbau des Luftfilters bemerkt, dass da schon etwas Spiel ist und der Motor ungefilterte Nebenluft ziehen kann. Vor 2 Jahren, als ich den Tank abgebaut habe, um die Ganganzeige anzuschließen, hatte ich den Schlauch beim Zusammenbau wohl falsch verlegt und der war dann während der Fahrt rausgerutscht. Habe ich erst beim nächsten Tankstopp bemerkt. Das hat mir natürlich keine Ruhe gelassen. Ich dachte mir, das geht bestimmt auch besser.
Ich habe in meinen Wühlkisten noch eine PP Schlauchtülle 12 mm und einen PP Doppelnippel mit 5/8 Zoll Aussengewinde gefunden. Die waren von irgendeinem Gartenbewässerungszeugs, glaub ich. Bei der Schlauchtülle habe ich die Überwurfmutter abgesägt und beim Doppelnippel das Gewinde auf einer Seite. Dann die Bohrung im Doppelnippel von 10 auf 12 mm vergrößert und die Schlauchtülle eingepresst. Den Entlüftungsschlauch habe ich dann noch 2 cm gekürzt, jetzt sitzt er bombenfest und der Anschluss ist nun auch dicht.


PS: 03.07.2023. Beim Überprüfen des Luftfilters ist mir augefallen, dass die Eigenkonstruktion mit der Schlauchtülle und dem modifiziertem Doppelnippel doch nicht so "bombenfest" ist. Der Doppelnippel aus der Wühlkiste war nicht aus PP sondern nur aus PVC. Und das hat die Vibrationen, die Hitze und die Öldämpfe nicht ausgehalten. Der ist einfach zerbrochen. Zum Glück hat die Mutter, die außen saß, die zwei Teile festgehalten und der Motor konnte kein Plastik ansaugen.

Ich habe jetzt eine ½ Zoll Schlauchtülle mit 12 mm Schlauchanschluss und ca. 21 mm Aussengewinde aus PP bestellt. Das Loch in der Airbox habe ich ein klein wenig vergrößert, damit ich das Aussengewinde dort reinschrauben konnte. Jetzt sieht es erst mal fest und dicht aus. Und angesaugt werden kann auch nichts. Werde das mal beobachten.

PS: 20.09.2026. Sah immer noch super aus, alles dicht. Allerdings habe ich mich beim Umbau der Motorentlüftung gefragt, warum ich damals nicht gleich darauf gekommen bin, den Schlauch einfach mit einer Kabeldurchführung in der Airbox abzudichten.

Ansaugstutzen eingedrückt (04.01.2023)

In einem Forum im Internet wurde von einigen Caballero Fahrern berichtet, dass eine Bremsleitung vom ABS Modul kommend, den Ansaugstutzen eingebeult hat. Ich habe nachgesehen und fand bei meiner Caballero auch eine deutliche Einbeulung im Ansaugtrichter zwischen Drosselklappe und Airbox. Ist bestimmt nicht gewollt und deswegen wohl auch nicht gut für die Gemischaufbereitung der nachgelagerten Drosselklappe und Einspritzdüse. Ich habe die Bremsleitungen mit Kabelbindern dichter an den Rahmen gezogen. Leider blieb die Beule im Ansaugstutzen drin. War wohl schon zu lange abgedrückt.


PS: 03.07.2023. Als ich jetzt mal wieder nachgeschaut habe, stellte ich erfreulicherweise fest, dass die Beule verschwunden ist.

Airbox zu "Ram-Air Ansaugsystem" modifiziert (23.08.2026)

Die Ansaugöffnung für den Luftfilter zeigt bei der Caballero in Fahrtrichtung. Sieht fast so aus, als ob das ein "Ram-Air Ansaugsystem" sein soll.
"Als Ram-Air (wörtlich: Stauluft) werden Motor-Ansaugsysteme an Kraftfahrzeugen bezeichnet, deren Ansaugöffnungen so angeordnet sind, dass durch den Staudruck des Fahrtwindes eine Motoraufladung und damit eine Leistungssteigerung erzielt wird. ..."Link
Wenn ich so an den Fahrtwind bei 100 km/h denke, könnte ich mir vorstellen, dass das wirklich etwas bringt. Aber bestimmt wird der Effekt zum größten Teil zunichte gemacht durch die zerklüftete Airbox hinter dem Luftfilter. Ich glaube nicht, dass die Form mit den vielen Ecken und Winkeln im Windkanal oder durch Strömungssimulation am Computer entstanden ist. Ausschlaggebend war wohl eher die Notwendigkeit, dass die Batterie irgendwo hinmusste. Wie negativ sich Ecken, Kanten und Taschen auf den Luftstrom und damit auf Leistung und Effizienz auswirken können, habe ich bereits mit meinen Auspuff Basteleien erfahren.

Die Caballero ist ja nun keine MotoGP Maschine aber einfach so Leistung oder Effizienz verschenken muss auch nicht sein. Ich hatte die Idee, die Form der Airbox mit einer einfachen 2 mm starken Polypropylen Platte aus dem Modellbau zu optimieren. Ich habe aus Pappe eine passende Abdeckung der Vertiefungen neben und unter der Batterie geschnitten und diese als Schablone für die PP Platte benutzt. Befestigt habe ich die Platte dann mit 2 Blechschrauben von der Rückseite der Airbox. Eine hinter dem Stoßdämpfer und eine in der Batteriebox. Auf keinen Fall wollte ich Schrauben oder Muttern in der Airbox benutzen. Bei meiner Caballero hat sich schon so manche Schraube losvibriert und wenn der Motor eine Schraube oder Mutter einsaugt, dann ist der Motorschaden garantiert.

Beim Fahren war dann wirklich ein Unterschied zu spüren, keine Einbildung! Der Motor läuft jetzt untenrum noch ruhiger und weicher. Den Top Speed auf der Autobahn habe ich überhaupt noch nicht ausprobiert. Aber im 4. Gang dreht sie nun zuverlässig in den Drehzahlbegrenzer. Das kann definitiv nichts mit dem Effekt der Stauluft zu tun haben, der theoretisch erst jenseits der 100 km/h wirken kann. Anscheinend hat die zerklüftete Airbox starke Verwirbelungen erzeugt, die den Luftstrom an der Einspritzdüse vorbei gelenkt haben, ohne sich richtig mit dem Benzin zu vermischen. Das scheint jetzt besser zu sein. Theoretisch müsste der Motor nun bei gleicher Fahrweise etwas weniger Benzin verbrauchen. Werde ich mal beobachten. Für Bastler, die das nachmachen wollen hier die Schablone der Platte als PDF.

PS: 27.08.2026. Bin heute nach einer großen Runde noch mal kurz auf die Autobahn. Zwischen Hannover Messe und der A7 gibt es die A37, eine 5 Kilometer lange schnurgerade Verbindung ohne Tempolimit. Ist ganz flach und es war auch kein Wind und kein Verkehr. Bisher fuhr die Caballero da mit mir aufrecht sitzend 147 km/h, heute machte sie 153 km/h.

Motorentlüftung aus Airbox entfernt (20.09.2026)

Ein Leser dieser Seite hat mich nach meiner Airbox Modifikation kontaktiert und mir den Tipp gegeben, dass ich mal die Motorentlüftung an der Airbox entfernen sollte. Bei seiner 125er Rally hätte das einen deutlichen Unterschied gemacht, der Motor würde ruhiger laufen und besser hochdrehen. Da der Kolben der 450er deutlich mehr Volumen hat, muss der pulsierende Luftstrom noch stärker sein. Und der Blow-by-Effekt muss mengenmäßig ebenfalls größer sein. Also wollte ich das mal probieren. Ist ja schnell gemacht, einfach den Schlauch von der Airbox abziehen und den Anschluss verstopfen.
Tatsächlich lief der Motor im Stand deutlich runder. Das unruhige Oszillieren um 1.600 Umdrehungen war fast weg. Das allein wäre schon Grund genug für einen Umbau. An dem abgezogenen Schlauch der Motorentlüftung war ein kräftiges Pulsieren zu spüren. Gut möglich, dass das auch bei höheren Drehzahlen für Turbulenzen im Ansaugtrakt sorgt.
Ich habe das Loch in der Airbox mit einer Kabeldurchführung und einem Stopfen aus PE verschlossen. Den Schlauch der Motorentlüftung habe ich ebenfalls mit einer Kabeldurchführung in den aufgeschnittenen Boden einer Kunststoff-Flasche gesteckt und bis zur Mitte durchgeschoben. Die Flasche hängt frei vor dem Aktivkohlefilter der Tankentlüftung mit dem Schraubverschluss nach unten. So kann ich eventuell angesammeltes Öl über den Verschluss ablassen. Die Entlüftung des Motors erfolgt über 8 Löcher, die ich unterhalb des Bodens (also oben) in die Flasche gebohrt habe. Durch den Wegfall der voluminösen Schlauchtülle ist das Ganze auch nur 3 Gramm schwerer geworden. Weniger als 3 zerplatzte dicke Brummer am Scheinwerfer.

Zwei Tage später war dann schönes Wetter und Gelegenheit, dass bei einer kleinen Ausfahrt im Weserbergland zu testen. Der ruhigere Motorlauf im Stand war tatsächlich keine Einbildung. Auch der Durchzug im mittleren Drehzahlbereich (3.000 bis 5.000 Umdrehungen) erschien mir kräftiger. Nach ca. 100 Kilometern habe ich die Flasche und den Bereich darum herum untersucht und keinen Ölnebel festgestellt. In der Flasche selbst war am Schraubverschluss etwas Öl vorhanden. Ich denke mal, das kann ich so lassen. Es dürfte reichen, wenn ich die bei jeder Putzaktion reinige. Eventuell mache ich die Flasche noch schwarz, so wie den Kühler Ausgleichsbehälter, davon habe ich noch Haftgrund und Farbe über.